Monika Helfer: „Beim Schreiben ist alles erlaubt“
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00:00:00: Ein Hinweis vor dieser Folge.
00:00:03: Das folgende Gespräch mit Monika Helfer habe ich nur wenige Tage vor ihrem unerwarteten Tod aufgenommen.
00:00:08: Für dieses Gespräch durfte ich sie bei sich zu Hause in Hohen Ems besuchen.
00:00:12: Ich habe Sie dabei als einen unglaublich warmherzigen, offenen und zugewandten Menschen erlebt – eine Begegnung die mir sehr in Erinnerung bleiben wird!
00:00:21: Monika helfer ist am zweiten August, im Folge eines Sturzes verstorben.
00:00:26: was damals ein Gespräch über Literatur Erinnerung, Herkunft und die Frage – Und jetzt?
00:00:31: – war hören wir heute mit dem Wissen um ihren Tod noch einmal
00:00:34: anders.
00:00:36: Ich möchte diese Begegnung mit Monika Helfer als Erinnerungen an eine große Schriftstellerin und als Möglichkeit ihrer Stimme noch einmal zuzuhören mit euch teilen!
00:00:44: Ich wünsche euch einen besonderen und vielleicht auch etwas stilleren Hörmoment mit Monica Helfer.
00:00:51: Herzlich Willkommen zur einer neuen Folge von Gezwitscher.
00:00:55: Heute freue ich mich ganz besonders auf eine Autorin deren Bücher lange nachhallen.
00:01:00: Mit einer klaren poetischen Sprache erzählt sie von Familie, Erinnerung, Herkunft und den feinen Verästelungen menschlicher Beziehungen.
00:01:08: Ihre Geschichten sind persönlich und zugleich universell – Sie berühren ohne laut zu sein und laden dazu einen genau hinzusehen.
00:01:15: Spätestens mit ihren Romanen die Bagage Fatih und Löwenherz hat Monika Helfer die deutschsprachige Gegenwartsliteratur Nachhaltig geprägt.
00:01:23: Ihre Werke wurden vielfach ausgezeichnet und begeistern Leserinnen und Leser weit über Österreich hinaus.
00:01:29: In der heutigen Folge möchte ich mit ihr über das Schreiben und das Erinnern sprechen, über die Kraft von Geschichten.
00:01:35: Und über eine Frage, die aktueller kaum sein könnte – nämlich jetzt?
00:01:40: Unter diesem Motto stehen diesjährige Herbst zwischen Töne.
00:01:43: Gemeinsam wollen wir erkunden, welche Antworten die Literatur auf eine Welt im Wandel geben kann, wie Geschichten Orientierung schaffen und warum gerade das erzählen neue Perspektiven eröffnet.
00:01:54: Ich freue mich sehr auf dieses Gespräch.
00:01:56: Und jetzt sage ich aber erst mal herzlich willkommen bei Gitzwitscher, liebe Monika Helfer.
00:02:00: Herzlich Willkommen!
00:02:03: Ich habe es gerade schon gesagt – das Herbstmotto der Montforta Zwischentöne lautet.
00:02:07: und jetzt?
00:02:08: Was löst diese Frage spontan bei Ihnen aus?
00:02:12: Also ich denke mir Gerechtigkeit und endlich Gerechtigkeit dass diese überreichen Menschen ein Limit haben, also dass sie irgendwann von mir sollen sich zehn Millionen haben und dann muss Schluss sein.
00:02:29: Ist uns jetzt für Sie denn eher eine Frage voller Unsicherheit oder voller Möglichkeiten?
00:02:36: Ja, voller Möglichkeiten und voller Wünsche.
00:02:38: Ich weiß ja auch dass das so hingesagt ist und es wird ja nicht geändert werden aber es ist einfach so schrecklich, dass so unglaublich reiche Leute da sind und alles immer in diese Richtung weitergeht.
00:02:54: Wenn wir schon bei dieser ganzen Aktualität sind, sind Sie eigentlich ein Mensch der viel Nachrichten konsumiert oder sind sie dann eher auch manchmal gerade wenn die Frage und jetzt zu kommen?
00:03:04: so laut im Kopf wird.
00:03:05: Er sagt, ich schalte mal lieber ab und
00:03:08: ziehe mich
00:03:08: zurück.".
00:03:09: Ja, ich kenne beides.
00:03:09: aber ich höre eigentlich schon einmal am Tag Nachrichten weil man einfach wissen will ob sich etwas zum Guten geändert hat und manchmal denke ich mir keine einzig gute Nachricht.
00:03:21: wieder einmal.
00:03:22: Ja das stimmt.
00:03:23: Den Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen geht mir auch so.
00:03:28: Sie haben es gerade schon gesagt aber vielleicht können wir nochmal drauf eingehen.
00:03:31: Wenn Sie auf die Welt eben von heute blicken, wo stellen Sie sich selbst diese Frage am häufigsten?
00:03:37: Ja ich meine wenn ich auf meine Kinder, auf meine Enkel sehe dann wünsche ich Ihnen einfach das ist so gut.
00:03:43: Ich bin in einem unheimlich guten Jahrzehnt oder Jahrhundert geboren also ich hatte so viel Glück und ich denke mir jetzt ist das Glück plötzlich nicht mehr so da und die jungen Leute haben es wahnsinnig schwer.
00:03:56: Auch viele Möglichkeiten einfach zu haben.
00:03:58: Und so viele Möglichkeiten Weil ich denke mir, ein Mangel an Möglichkeiten beflügelt die Fantasie.
00:04:05: Je mehr das ist wie wenn man wahnsinnig viel kältet, macht man viel Unsinn.
00:04:09: Wenn man weniger hat muss man sich es eiden teilen.
00:04:12: Schöner Vergleich!
00:04:15: Ihre Bücher kreisen ja oft um Erinnerung und Herkunft.
00:04:19: kann Literatur helfen Antworten auf dieses Und Jetzt der Gegenwart zu finden.
00:04:24: aus Ihrer Sicht?
00:04:26: Also was die Literatur und Hilfe durch Literatur erlangt, bin ich schon etwas skeptisch.
00:04:33: Aber es genügt ja wenn man den Leuten mit den Büchern Freude macht und sie inspiriert.
00:04:38: weil ich glaube es gibt... Es passiert was passiert unterwerden meine Bücher nicht viel auswähren
00:04:45: Was erfahren Sie denn über sich selbst so im Schreibprozess beim Schreiben?
00:04:51: Gibt das da Überraschungsmomente?
00:04:52: Ja schon!
00:04:55: Bei einem klaren Gedanken kommen plötzlich viele Verwirrungen dazu.
00:05:00: Und der Gedanke ist ja gar nicht klar, da gibt es so viele Wege.
00:05:05: Da geht man jedem nach und das sind viele Holzwege dabei.
00:05:09: Aber das inspiriert immer wieder.
00:05:11: Also Nachdenken ist auf jeden Fall gut.
00:05:15: Ist das auch Ihre Strategie?
00:05:16: Wenn mal der kreative Fluss nicht so läuft
00:05:21: ... Also wenn ich das Gefühl habe, ich hab keinen guten Tag zum Schreiben dann schreibe ich einfach nicht.
00:05:28: Das klingt sehr schlau!
00:05:29: Na weil es hat ja keinen Sinn sich da... Da kommt nix heraus dabei.
00:05:35: Ihre Romane zeigen wie sehr Familien uns prägen manchmal über Generationen hinweg.
00:05:41: und kann man sich aus ihrer Sicht jemals ganz von seiner Herkunft lösen?
00:05:46: Ich glaube nicht.
00:05:48: auch wenn man's wollte es gibt ja so viele Menschen.
00:05:51: gerade in diesen In den Sechzigerjahren hat jeder gedacht, er braucht keine Familie.
00:05:55: Er kann zu irgendeiner Versammlung gehen und da Menschen treffen und die werden.
00:06:00: seine neue Familie funktioniert aber nicht.
00:06:05: Man kommt immer wieder auf die Familie zurück auch wenn man sich ärgert und die Eltern sind altmodisch.
00:06:11: es passt nicht.
00:06:13: Aber ich denke mir gerade in Notsituationen Also was ich von mir kenne meine Kinder Wenn sie krank werden Wenn sie Probleme haben, die groß sind und selber nicht zu lösen sind dann kommen Sie schon zu uns.
00:06:27: Und fragen.
00:06:28: Dann wird man wieder zum Kind egal wie.
00:06:30: Ja
00:06:30: es ist ja auch gut dass das so ist.
00:06:33: Als Eltern hilft mir auch gerne.
00:06:35: Und als Eltern geht Ihnen das auch so?
00:06:37: Die Sorgen um die Kinder, die werden... ...die sind auch nie weg oder?
00:06:41: Das
00:06:41: sind nie weg!
00:06:42: Sobald das Kind da ist.
00:06:44: Haben Sie auch Kinder?
00:06:46: Ja.
00:06:48: Wenn sie klein, ich habe das Gefühl dann ist es normal dass man sich sorgt aber wenn Sie groß sind.
00:06:55: Es hört nicht auf.
00:06:58: Wann merken Sie denn?
00:06:59: Dass ein Satz, wir kommen nochmal zum Schreibprozess, dass einen Satz sozusagen stimmt.
00:07:04: Das jetzt
00:07:05: passt es!
00:07:06: Das merk' ich wenn ich hin so hinhauen kann und nicht darüber nachdenke und er dem vorgehenden Satz gut folgt und auch nach dem nächsten ruft.
00:07:18: Sätze, die irgendwie so im Lauf sind.
00:07:22: Sie sind ... hab ich mal gehört in einem Interview auch und man liest das natürlich bei ihnen aber sie sind eher eine Frau der kürzeren Setze oder?
00:07:30: Eine Setze gefallen ihn nicht!
00:07:32: Ja es gibt schon Autoren, die ich gerne lese wenn sie lange Sätze haben, aber es ist nicht meins Ich habe sie immer knapp und auf dem Punkt.
00:07:42: Das hab' ich gern.
00:07:45: Was kann den Literatur ausdrücken, was im Alltag vielleicht oft unausgesprochen bleibt?
00:07:51: Gerade wenn wir so drüber nachdenken auf den Punkt.
00:07:56: Es ist alles erlaubt beim Schreiben!
00:07:58: Das ist ja das Schöne... Im Leben nimmt man sich zurück und denkt, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt das zu sagen.
00:08:06: oder ich sage es morgen oder ich sag es vorsichtig.
00:08:10: also wenn ich einen Text schreibe dann weiß ich, ich sage direkt, was in dem Leben nicht oft passiert.
00:08:18: Oben niemand so krank und das Publikum ist ja anonym, da kann ich alles sagen.
00:08:24: Es ist kein Geheimnis, ihr Mann ist auch Autor und ich glaube sie lesen sind ja auch selber gegenseitig ihre ersten Kritiker erinnern.
00:08:33: Wie hart gehen Sie damit einander ins Gericht?
00:08:35: Ziemlich hart!
00:08:37: Weil es nützt ja nichts.
00:08:39: Ich meine, ich erwarte Ehrlichkeit, er erwartet zu Erlassen.
00:08:45: Und manchmal ist man schon beleidigt.
00:08:48: Manchmal schreibt man etwas und so denkt man sich, das ist richtig gut geworden.
00:08:54: Dann gebe ich es zu Michael und dann hat er einen Wende und dann streue ich mich.
00:09:00: Es ist aber oft so dass ich ihm rechtgeber.
00:09:03: im Endeffekt dann, wenn man quasi über den eigenen Stolz drüber ist oder über dieses Gefühl.
00:09:08: Das war jetzt aber der eine Satz oder Absatz, da bin ich so gehangen.
00:09:12: Ja, ich meine wir sind seit vierzig Jahren verheiratet und es kommt zu einer Routine rein und auch wenn er nichts sagt weiß ich was hat.
00:09:21: Dann das ist der Blick?
00:09:24: Oder die Stille?
00:09:25: Oder für Umständlichkeit!
00:09:29: Gibt es Geschichten, die nur erzählt werden können, wenn man Mut zur Lücke hat?
00:09:36: Bei mir vielleicht.
00:09:38: Ich kann ja nur für mich sprechen.
00:09:41: Ich glaube, man muss schon mutig sein beim Schreiben und ich weiß nicht... Es kommt drauf an bei welchen Shows.
00:09:51: Ich bediene aber schreibe normal eine Romane.
00:09:55: Bei seinen Züchten wird die Frage nicht gestellt werden.
00:09:58: Das stimmt!
00:10:01: Wie viel Mut hat es denn für Sie gebraucht?
00:10:04: Oder war's vielleicht gar nicht so eine Frage von Mut.
00:10:06: Aber die drei Romane, die ich im Genannt habe – die Gapagage, Fatih und Löwenherz haben ja durchaus auch immer tauchen in ihre eigene Familiengeschichte ein.
00:10:15: Brauchte das auch Mut da so tief einzusteigen?
00:10:19: Ja schon!
00:10:20: Es hat erst funktionär, als ich mir gesagt habe.
00:10:24: Ich schreibe einfach ohne Rücksicht zu nehmen.
00:10:27: Also rücksicht genommen habe ich natürlich bevor ich angefangen habe zu schreiben also hab gewartet bis einige Leute gestorben sind und ich war schon alt dass sich angefangen haben zu schreiben weil ich glaube wirklich für diese Bücher ist der vornutwendig gewesen.
00:10:45: Als ich junger hätte da hätte ich das nicht schreiben können.
00:10:49: Da braucht man ja wahrscheinlich auch viel Zeit für die Recherche, oder?
00:10:52: Oder war vieles schon klar.
00:10:55: Man kann auch schwendeln!
00:10:56: Das ist ja auch gut.
00:10:58: also dass wenn die Lücken da sind... Also wenn ich über meine Großeltern schreibe, die ich nie gekannt habe und die Reden muss sich auch erfinden den Tod und wie sie reden.
00:11:11: aber das ist das reizvolle beim Schreiben, dass man sich in Besotten hineinversetzen kann.
00:11:19: Viele Menschen erleben ja gerade eine Zeit voller Umbrüche.
00:11:22: Wir hatten es eben schon davon, wie schwer es auch die junge Generationen hat.
00:11:26: Welche Rolle kann Literatur in solchen Zeiten spielen?
00:11:31: Also grade wenn sie jetzt die jungen Menschen auch sehen... ich weiß nicht, wie viel die noch lesen.
00:11:35: Manchmal nicht mehr soviel.
00:11:37: Also würden Sie lesen, könnten Sie durchs Lesen getröstet werden?
00:11:42: Also wenn ich von mir rede ... Ich habe Bücher immer getröstet für Literatur!
00:11:47: Das ist sich in ein anderes Land zu bewegen, andere Menschen kennenzulernen.
00:11:53: Es hat den Kumpel zurückzulassen.
00:11:56: Das ist ja das Traurige, dass die jungen Leute so wenig lesen.
00:12:01: Das macht mich traurig.
00:12:03: Gibt es da was, was Sie Ihren eigenen Enkelkindern?
00:12:06: Sie haben sie eben schon erwähnt, gerne mitgeben bestimmte Bücher wo sie dann kommen.
00:12:11: Ja,
00:12:12: ich geb dir den Nimmerbücher und ... Ich hab nicht bei den Mädchen mehr Glück als bei den Burschen.
00:12:17: Weil die Mädchen lesen einfach lieber!
00:12:19: Und die Buben haben da der ... Ich mein, mein Sohn hat ja früher wie ein Vögel da gelesen, der Kleiner, der jetzt auch schon viertig ist... Und dann hat er angefangen zu malen oder zu sprayen und hat ein ganz anderes Gebiet vor Augen werbt Und der ließt weniger als Mahler geworden.
00:12:38: Also er hat die Sicht auf andere Dinge, das heißt nicht dass er wenige denkt aber...
00:12:44: Eine andere Kunstform?
00:12:46: Ja genau.
00:12:48: Brauchen wir heute aus ihrer Sicht mehr Zuversicht oder mehr Ehrlichkeit?
00:12:54: Beides!
00:12:56: Ich habe geahnt, dass Sie das sagen.
00:12:57: Das sehe ich auch so.
00:13:00: Also Ehrlichheit finde ich schon wichtig obwohl ich finde es Notlügen sind auch wahnsinnig wichtig.
00:13:06: Oder ist, man kann nicht immer ehrlich sein.
00:13:10: Man muss auch mal mal schlaue Antworten geben oder... Aber also um die echte Ehrlichkeit geht's mir schon.
00:13:20: Wenn sie jungen Menschen begegnet, die ihren Platz jetzt in der Welt suchen was wünschen Sie denen?
00:13:26: Außer gute Bücher!
00:13:28: Ich wünsche mir dass sie die richtigen Leute treffen.
00:13:31: das sind nicht Absack, nirgendwo in Drogen oder was immer.
00:13:36: Das sind nicht... Also mit dieser Handysucht, ich meine, ich mag gar nicht darüber reden weil das ja jeden Tag gesagt wird.
00:13:44: Aber man verliert sich in solchen Dingen und die wissen ja gar nicht mehr wer sie sind.
00:13:50: Sind Sie dankbar dass Sie in einer Zeit ohne Handys und Chora?
00:13:54: Ich habe hier jetzt doch ein gestörtes Verhältnis!
00:13:57: Und ich finde auch, ich mein es gibt tolle Sachen, Podcasts höre ich auch gerne.
00:14:03: aber sich immer zu vergewissern, wer man ist wie man aussieht.
00:14:08: Wenn man sich verbessern kann... Das ist doch ein Wahnsinn!
00:14:13: Absolut!
00:14:13: Dass man gar nicht mehr weiß wo man steht oder und dann begegnet mir eine Hore Mädchen und die sehen alle genau gleich auf.
00:14:22: Und dann denke ich mir was ist da passiert?
00:14:25: Also die haben wir alle auf den gleichen Knopf gedrückt.
00:14:28: Es wird sich viel vergleichen
00:14:30: Eben dieses Vergleichen Diese Komplexe, die daraus entstehen.
00:14:35: Dass man sich hässlich fühlt und dass man sich dumm fühlt.
00:14:39: Und sich auf der Welt kaum mehr bewegen traut wenn man nicht entspricht oder?
00:14:46: Auch da bietet natürlich die Welt der Bücher einen Zufluchtsort.
00:14:50: Absolut!
00:14:53: Gibt es ein Buch oder mehrere, die Sie immer wieder zur Hand nehmen oder genommen haben, wenn's Ihnen nicht so gut ging?
00:14:59: Ja ich weiß auch... Ich kann sie, ich habe unheimlich viel gelesen.
00:15:07: Es hat sich natürlich auch geändert also was man so hat ließ den Kafka und so die Sachen trösten ja auch.
00:15:13: oder Diagata Christoph.
00:15:15: Also die Liebe die hab' ich immer wieder gelesen.
00:15:18: Oder die Anno hab', ich auch gern gelesen und Ja also viel Frauen habe ich gelesen.
00:15:27: Gibt es genug Autorinnen aus ihrer Sicht?
00:15:29: Es kann nicht genug geben.
00:15:31: Es gibt tolle Autoren, wirklich tolle autoren.
00:15:37: Ich ist auch nicht mehr so schwer glaube ich wie es war.
00:15:41: also man kommt was sich als eine Gefahr sehe ist dass junge Frauen die zu schreiben anfangen So einen Blitz haben und dann ist es weg.
00:15:54: Also wenn das würde ich ihnen sagen bleibt dran.
00:15:58: Deine Karten werden mit jedem Buch neu gemischt.
00:16:03: Es ist ja auch nicht jedes Buch so gut, wie man es eigentlich will.
00:16:06: Manchmal gelingen die Bücher nicht zu gut.
00:16:09: Das ist normal!
00:16:11: Aber man kann immer wieder von vorne anfangen und das ist ein gutes Gefühl.
00:16:15: Auch eine schöne Antwort finde ich auf die Frage.
00:16:17: und jetzt dass man immer wieder vom Vorhang
00:16:19: rankt
00:16:20: wenn man sie in dem eher hilfloseren Zürich stellt.
00:16:23: Und wenn man jetzt ohne Bücher oder Kunst im Leben steht... ohne Musik, ohne Malerei oder Fotografie und was immer.
00:16:33: Dann steht man so allein da.
00:16:35: Und wenn man diese Kunst vor allem alle benutzen darf und tut, dann ist man schon getröstert.
00:16:41: Aber die Leute, die sich für das nicht interessieren, die nur im Handy anschauen ... Ich weiß nicht, ob ich sie auch schon bei einer Enkelin gefragt habe.
00:16:53: Was stellst du dir vor für die Zukunft?
00:16:56: Sagt sie, ach ich lass mich überraschen.
00:16:59: Ich mein natürlich die sind auch oberflächlich was Gutes.
00:17:04: eine gewisse Oberflächlichkeit ist gut wenn Sie zu ernst werden wenn sie auf verzweifeln
00:17:09: Ja das stimmt.
00:17:12: Wenn man nicht in dem Alter so sein darf wann dann ja
00:17:16: eben
00:17:16: so sorglos
00:17:18: Und auch Dummheiten machen
00:17:19: darf.
00:17:20: Genau, ja.
00:17:21: Die
00:17:21: die Eltern natürlich nicht verstehen und sie sollen es auch nicht verstehen oder irgendwann erst.
00:17:26: Aber das ist ein Wort normal.
00:17:28: Würden Sie sagen, Sie haben als Jugendliche viele Dummkeiten gemacht?
00:17:30: Ja schon!
00:17:33: Ich meine, ich bin am Ende sehr früh gestorben und mein Vater hat sich um uns nicht groß gekümmert.
00:17:38: also ist dass wir wenn so in einer so leblosen Verwahrlosung aufgewachsen... Also Da war es nicht groß, da hat sich niemand drauf gekümmert.
00:17:49: Glaubst du nicht so viele die sich sorgen?
00:17:50: Na wir
00:17:50: haben uns selber immer wieder aus der Schlänge befreit.
00:17:55: Sehr schön!
00:17:56: Sie haben gerade schon die verschiedenen Kunstformen angesprochen und das war jetzt eigentlich die perfekte Überleitung zu meiner nächsten Frage.
00:18:02: denn die Montforter Zwischentöne unserer Festival in Feldkirch, die schaffen Räume für Gespräche zwischen Kunst Gesellschaft und Musik.
00:18:10: was macht solche Begegnungen für sie aus ihrem Blickwinkel besonders?
00:18:14: Ja, ich finde es einfach wertvoll.
00:18:15: Es ist also wenn man in einen Raum geht wo alles schön ist und stimmt Und wo eine Harmonie herrscht Wo es keinen Zwests gibt.
00:18:24: Also es ist so etwas wie wenn ein Kind in eine Kirche geht Es hat was Heiliges fast Stimmt?
00:18:33: Ja Und die Musik verzaubert natürlich sowieso alles Oder vergoldet alles.
00:18:40: spielt Musik eine große Rolle in Ihrem Leben?
00:18:43: Ja, ich spiel leider kein Instrument.
00:18:47: Aber ich liebe Musik!
00:18:48: Ich sehe auch... Also ich darf ja vielleicht unser Zuhörerschaft verraten.
00:18:52: Wir sitzen hier bei Ihnen zu Hause im Hohene Ems.
00:18:53: Ich freue mich sehr dass Sie mich hier empfangen und ich habe schon gesehen da hinten steht auch ein Klavier.
00:18:58: Ja das ist so ein Honky Talk Da wird da so ein bisschen herumgehämmert.
00:19:03: Okay, in den Schreibpausen oder?
00:19:05: Ja, besonders der Michael aber das ist wirklich eine lustige Musik.
00:19:10: also völlig verstimmt aber...
00:19:12: Herrlich!
00:19:13: Und was hören Sie sonst gerne so in der Freizeit?
00:19:16: oder
00:19:18: gibt's da...?
00:19:18: Es ist unterschiedlich.
00:19:20: ich höre sehr gern im Bach also was man hat.
00:19:23: Ich höre auch nämlich gerne die Klassiker
00:19:28: gibt es schon.
00:19:30: Und brauchen Sie aber zum Schreiben stille oder beflügelt
00:19:34: Musik?
00:19:35: Keine Musik.
00:19:36: Michael hat eher Musik.
00:19:39: Sie schreiben hier im Haus, sie schreiben hier unten und Michael oben...
00:19:43: Ich schreibe oben er
00:19:44: und... Ah okay!
00:19:46: Und trifft man sich zwischendurch dann mal und tauscht die Aufnahme.
00:19:49: wie läuft es heute?
00:19:50: In der Küche.
00:19:52: Es gibt immer wieder Situationen wo man sich nicht zu helfen weiß.
00:19:56: also wann bleibt irgendwie stecken?
00:19:59: Und dann schreibe ich in einem Mail, aber kurz Zeit treffe wir uns in der Küche aufgekehrt auch und reden über das Problem.
00:20:06: Das ist schon schön!
00:20:08: Ist es wahrscheinlich auch besonders beflügeln mit jemandem zusammen zu sein, der das so gut kennt?
00:20:14: Ich
00:20:14: finde es einfach das Beste.
00:20:16: Ich habe zu meinen Kindern immer gesagt, sucht jemanden, der in eurer Nähe ist.
00:20:22: Wenn man völlig auf einem anderen Gebiet tätig ist... Da versteht das nicht, wo es interessiert ist.
00:20:31: Das ist schwierig.
00:20:34: Würden Sie sagen, dass auch das Rezept ... Ich glaube, danach wurden sie schon sehr aufgefragt.
00:20:38: für vierzig Jahre Ehe?
00:20:41: Es ist schon ein Held.
00:20:45: Wenn die Arbeit und das Privatleben fast eines sind, dann ist es das Glück, dass man nichts aufeinanderklebt.
00:20:54: Und ich glaube, dass aufeinander kleben macht die Eden kaputt!
00:20:58: Weil, wenn ich den Michael einmal am Tag treffe beim Essen oder umgekehrt, das genügt.
00:21:05: Oder wenn er wegfährt und fährt ja oft weg... Ich bin auch oft weggefahren.
00:21:11: Das geht gut!
00:21:13: Dann vermisst man sich mal wieder.
00:21:14: Ja, im besten Fall.
00:21:19: Wie ist es für Sie Begegnungen mit Leserinnen und Lesern zu haben?
00:21:23: Ist das wichtig?
00:21:24: Es ist schon wichtig, es ist ja wie eine Rote die bestimmt wird.
00:21:29: Wenn mir jemand sagt ich kann mit ihrer Literatur überhaupt nichts anfangen dann bin ich nicht zu Tode gekrankt weil er sagt vielleicht einer.
00:21:38: aber wenn ich merke dass die Stimmung so gegen mich läuft da wäre ich unsicher glaube ich.
00:21:45: Aber ich habe es total gerne wenn Leute zu mir sagen wenn sie präzis mir sagen was ihnen gefällt also allgemein nützlichst.
00:21:54: Manche können gut darüber reden.
00:21:58: Das ist dann quasi die zweite oder dritte Kritikerinstanz?
00:22:01: Ja, und ich merke auch, wenn ich bei der Lesung bin, dass ich mal einen Satz auslasse weil mir einfach nicht mehr gefällt.
00:22:08: Ach, spannend!
00:22:09: Und das ist ja bei den Leuten auch so...
00:22:12: Sind Sie jemanden, der aufgeregt ist vor Lesungen?
00:22:15: Ganz kurz schon aber da nicht für mich anfangen.
00:22:18: Dann haben sie quasi auch ihr Buch in der Hand und den Stoff, den Sie wirklich... In und auswendig kennen.
00:22:28: Ist es bei Ihnen so, dass Sie die Geschichte das, was Sie erzählen wollen immer schon im Groben vor Augen haben?
00:22:38: oder entwickelt sich das wirklich beim Schreiben?
00:22:40: Oder ist es mal so, mal so?
00:22:42: Ja, das Merkwürdige ist, dass ich eigentlich immer fast um die eigene Achse dreht... und dann so wie in einem schwarzen Loch endet.
00:22:53: Es geht immer in eine Richtung, es ist immer viel Privates dabei, da komme ich nicht aus.
00:23:01: Weil das halt in meinem Leben eine große Rolle spielt, sind die bürges Punkte... Ich merke auch wenn ich einen Roman schreibe, dann habe ich plötzlich irgendetwas vom Vorigen dabei.
00:23:16: also weil das hier halt so noch da ist.
00:23:19: aber Jeder hat seine Themen, oder?
00:23:23: Aber ich merke auch bei anderen Autoren dass sie im Endeffekt schon über sich schreiben.
00:23:28: Also es endet in ihrem Leben oder in ihrer Person.
00:23:35: Es ist vielleicht einfach das was man am besten beschreiben kann und kennt oder?
00:23:40: Ja eben weil man's gut kennt.
00:23:42: ja Ich habe jetzt von der Herrmann wie heißt ihr mit Vornamen Ich habe ein paar Bücher gelesen.
00:23:51: Und die schreibt eigentlich so, wie ich mir denke... ...dass ich auch herangehe an Schreiben.
00:23:57: Also sehr persönlich und gleichzeitig doch weg.
00:24:04: Ja, es sind wirklich Jude-Therben.
00:24:06: Ah
00:24:06: okay!
00:24:06: Ich hab mal überlegt was gibt natürlich eine
00:24:09: Jude-Terbe?
00:24:10: Ja, ich habe aber ein paar schöne Bücher von dir gelesen jetzt gerade.
00:24:16: Geht es Ihnen manchmal so dass die Figuren sie auch total überraschen?
00:24:20: Auch in diesem Sinne und jetzt?
00:24:22: Ja.
00:24:22: Ah, so geht es weiter!
00:24:24: Was ein schöner Augenblick ist... Es ist auch ein Trick weil wenn die eine Person so irgendwie durchgeht, dass sie bewegt sich anders als ich es wollte.
00:24:35: dann kann ich ihr auch was zustossen lassen.
00:24:39: Und es gibt eben beim Schreiben einen Punkt wo man geführt wird.
00:24:45: Ich weiß nicht das klingt vielleicht komisch aber es ist so.
00:24:49: Und dann bin ich so in einer Person drin und dann muss ich halt schauen, dass ich ihn eben weiter schreibe.
00:24:57: Und Sie haben gerade gesagt, Sie können auch ... Also sie können mit den Figuren ja alles machen, denen kann was passieren?
00:25:02: Die könnten ein tolles Moment ihres Lebens haben.
00:25:05: Wie sehr gehen Sie denn dann durch diese Emotionen?
00:25:08: Es muss schon auch passen!
00:25:10: Ich meine
00:25:11: die Lebensläufe müssen schon irgendwie stimmen... Ich weiß nicht genau wie es endet aber Ich hab kein fertiges Hoch im Kopf, aber es muss glaubwürdig sein.
00:25:25: Nehmen Sie die Geschichten abends mit in den Schlaf?
00:25:27: Träumen Sie da auch manchmal von?
00:25:30: Ob ich davon träume ... Ich kann nicht durchschlafen.
00:25:34: Ich steh meistens um drei auf und setz mich an Computer.
00:25:37: Und dann ist das so, dass ich so im Halbschlaf ein völlig unkritisches Verhalten mir gegenüber habe.
00:25:46: Dann schreibe ich so drauf los!
00:25:48: Was eine gute Übung ist.
00:25:50: In wenigen Momenten sind das ziemlich gutes Haaren herausgekommen, Mamel ist auch ein völliger Blödsinn.
00:25:57: Das ist dieses unkritische Schreiben.
00:26:00: Wenn ich hell wach bin dann schau' ich alles an und da bin ich ja nicht so schnell
00:26:06: Von jeder Perspektive.
00:26:07: sonst zu sagen Ist eigentlich auch ne ganz gute Überleitung zur unserer Schlusskategorie die ich immer hab.
00:26:15: aber ich habe vorher noch eine andere Frage Eine sehr offene Frage.
00:26:20: Ich habe überlegt, gibt es eine Frage, die Ihnen bisher nie gestellt wurde?
00:26:25: Obwohl Sie sie spannend fänden.
00:26:30: Drehen wir quasi den Schuh mal um aber vielleicht gibt's das auch nicht.
00:26:33: Ja, das bleibt sicher!
00:26:35: Ich denke mir auch immer was werde ich gefragt ob ich schon einmal in der Psychiatrie war.
00:26:42: Waren Sie schonmal in der psychiatrie?
00:26:44: Aber nur kurz.
00:26:46: Genau, ich bin nicht wahnsinnig.
00:26:49: Aber so eine Frage wird nicht gestellt
00:26:52: Aber ein bisschen wahnsinnig gehört, glaube ich, zur Kunst.
00:26:53: Ja, ich glaube auch.
00:26:56: Sehr schön!
00:26:58: Frau Helfer.
00:26:58: dann kommen wir schon zu unserer Schnellfrage-Runde die ich immer am Schluss mache.
00:27:03: Hop oder Top heißt sie?
00:27:05: Ich gebe ihnen quasi zwei Möglichkeiten zu antworten aber da das hier der Podcast der Montfort dazwischentöne ist mit Betonung auf Zwischentöhne können Sie auch immer etwas dazWischen wählen.
00:27:15: eine eigene Antwort.
00:27:17: Genau es geht also los.
00:27:18: hopp oder top.
00:27:26: erste Frage Schreiben am frühen Morgen oder spät in der Nacht?
00:27:32: Am frühesten morgen.
00:27:34: Wie Sie eben gesagt haben, was haben Sie gesagt?
00:27:36: um drei halb drei?
00:27:39: Erinnerung oder Fantasie?
00:27:42: Beides.
00:27:44: Stille- oder Gespräch?
00:27:48: Beide.
00:27:50: Erster oder letzter Satz?
00:27:53: Der erste Satz wird überbewertet, weil es gibt ja auch Bücher mit ersten Sätzen und die sind dann so gäckig.
00:28:04: Das finde ich nicht gut!
00:28:06: Ich finde so... Natürlich werden die Erste Sätze immer wieder zitiert wie in der Anakeredina Es gibt gute und schlechte Familien und so.
00:28:19: Aber ich glaube die normalen Sätze am Anfang sind die besten Und die Schlusssätze, die ergeben sich.
00:28:29: Also sie so Gag hinzusetzen, von dem halte ich nichts.
00:28:35: Kommen Sie manchmal in Versuchung?
00:28:36: Wenn Sie ein Buch neu in die Hand nehmen also von anderen Autoren oder Autorinnen den letzten Satz zu lesen?
00:28:42: Ja, gebe ich zu!
00:28:44: Das mache ich nämlich auch manchmal und fühle mich dabei immer sehr schlecht.
00:28:47: Ich denke auf Art habe es schon wieder gemacht ja...
00:28:50: Aber ich finde auch die Auflösung dann manchmal so schön weil man ja oft damit Hoffentlich gar nichts anfangen können.
00:28:55: Und wenn man dann am Schluss ...
00:28:57: Aber Sie waren es da nicht so, dass sie von hinten nach
00:29:00: vorne.
00:29:00: Nee
00:29:01: ich lese nur den letzten Satz und kann im besten Fall nichts damit anfangen.
00:29:04: aber... Ich fühle mich immer schlechter dabei als wir es ganz verworben.
00:29:10: Letzte Frage Antworten finden oder gute Fragen stellen?
00:29:15: Ich meine es ist eben immer so.
00:29:17: bei einem Interview ist das immer so.
00:29:19: Wenn die Fragen gut sind, sind die Antworten nicht schwer?
00:29:25: Ja, ich hoffe – also es kam mir zumindest so vor dass Ihnen die Antworten jetzt nicht schwer gefallen sind.
00:29:29: Es hat mir auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht.
00:29:30: Nein
00:29:31: das war auch schön wie Sie gefragt haben!
00:29:32: Und ich danke Ihnen für Ihre Zeit und ich hoffe dass wir hier viele Hörerinnen und Hörern haben, die dieses Gespräch hören denn sie sind glaube ich eine sehr große Inspiration und die ihre Bücher lesen und ich hoffe dass wir uns auch irgendwann mal bei den Zwischentönen sehen.
00:29:45: Das
00:29:46: haben Sie schon gemacht.
00:30:00: Danke!
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